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Die globale Lackindustrie erlebt einen deutlichen Wandel hin zu wasserbasierten Formulierungen, bedingt durch strenge Umweltauflagen und wachsende Nachhaltigkeitsbedenken. Im Zentrum dieser Transformation steht die Suche nach Hochleistungspigmenten, wobei sich Ruß als entscheidende Komponente herausgestellt hat. Die Formulierung von wasserbasierten Lacken mit tiefschwarzer Farbe stellt jedoch besondere Herausforderungen dar, und hier erweist sich niedrigviskoser Ruß als bahnbrechend.

Wasserbasierte Beschichtungen erfreuen sich aufgrund ihrer geringen VOC-Emissionen (flüchtige organische Verbindungen), ihrer Umweltfreundlichkeit und der einfachen Reinigung zunehmender Beliebtheit. Die Verwendung von herkömmlichem Ruß in diesen Systemen führt jedoch häufig zu einer erhöhten Viskosität der Beschichtung, was wiederum schlechte Fließfähigkeit, ungleichmäßige Filmbildung und unschöne Pinselstriche zur Folge hat. Niedrigviskoser Ruß, eine speziell für diese Probleme entwickelte Sorte, bietet eine Lösung, die tiefe Schwärze mit hervorragender Verarbeitbarkeit in wässrigen Systemen vereint.

Der Hauptvorteil von niedrigviskosem Ruß in wasserbasierten Beschichtungen liegt in seiner Fähigkeit, die niedrige Viskosität auch bei hohen Konzentrationen beizubehalten. Standardruß mit seiner großen Oberfläche und polaren Oberflächengruppen wie Carboxyl- und Hydroxylgruppen interagiert stark mit Wassermolekülen. Diese Wechselwirkung bildet ein Netzwerk, das die Viskosität der Beschichtung bereits bei einer relativ geringen Konzentration von 2–3 % verdoppeln oder verdreifachen kann. Im Gegensatz dazu wird niedrigviskoser Ruß durch nichtionische Tenside wie ethoxylierte Alkohole oberflächenmodifiziert. Diese Modifizierung reduziert die Wechselwirkung zwischen Wasser und Ruß und senkt die Oberflächenladungsdichte des Rußes. Das Zeta-Potential liegt typischerweise zwischen -20 und -30 mV (gemessen mittels elektrophoretischer Lichtstreuung). Dadurch wird die Netzwerkbildung verhindert und eine glatte und gleichmäßige Beschichtung gewährleistet.

Ein Praxisbeispiel eines Beschichtungsherstellers in den USA belegt die Wirksamkeit von niedrigviskosem Ruß. Bei einer Testung in einer wasserbasierten Acryl-Architekturbeschichtung mit einer Rußkonzentration von 2,5 % blieb die Viskosität der Beschichtung bei 350–400 cP (Brookfield, 60 U/min). Im Vergleich dazu wies dieselbe Beschichtung mit herkömmlichem Ruß eine Viskosität von 800–900 cP auf. Diese deutliche Viskositätsreduzierung ermöglichte ein gleichmäßiges Auftragen mit Pinsel und Rolle, wobei der getrocknete Film weder sichtbare Pinselstriche noch eine Orangenhautstruktur aufwies.

Die Filmbildung ist ein weiterer entscheidender Aspekt, bei dem niedrigviskoser Ruß seine Stärken ausspielt. Wasserbasierte Beschichtungen basieren auf der Koaleszenz von Polymerpartikeln während des Trocknungsprozesses, um einen durchgehenden, gleichmäßigen Film zu bilden. Eine hohe Viskosität kann diesen Prozess stören und zu Defekten wie Poren, Kratern oder mangelhafter Haftung führen. Die gleichmäßige Dispersion des niedrigviskosen Rußes, die durch Zentrifugation bestätigt wurde, gewährleistet, dass die Rußpartikel die Koaleszenz der Polymerpartikel nicht behindern. Getrocknete Filme mit diesem Spezialruß weisen eine glatte Oberfläche mit einem Rauheitswert (Ra) von ≤ 0,5 μm (gemessen mittels Profilometrie) und eine starke Haftung auf Untergründen auf. Beispielsweise kann die Haftfestigkeit auf Beton 6–8 MPa (ASTM D4541) erreichen, verglichen mit 4–5 MPa bei Filmen mit Standardruß. Bei wasserbasierten Holzbeschichtungen hebt die glatte Filmbildung nicht nur die natürliche Maserung des Holzes hervor, sondern sorgt auch für eine dauerhafte, kratzfeste Oberfläche. Ein Möbelhersteller berichtete von hervorragenden Ergebnissen bei der Verwendung von niedrigviskosem Ruß in wasserbasierten Polyurethan-Holzbeschichtungen. Die fertigen Möbel wiesen eine glänzende, gleichmäßige schwarze Oberfläche auf, die die Holzmaserung hervorhob und über 500 Scheuerzyklen (ASTM D2486) ohne Verblassen oder Abblättern standhielt.

Farbeigenschaften sind bei Beschichtungen von entscheidender Bedeutung, und niedrigviskoser Ruß bietet in diesem Bereich herausragende Ergebnisse. Mit einer hohen Farbstärke von typischerweise 100–110 % im Vergleich zu Standardruß (gemessen nach ASTM D2805) erzielt er bereits bei geringen Mengen ein tiefes Schwarz. Eine Menge von 2–2,5 % genügt, um einen L*-Wert von ≤ 12 (CIE Lab) zu erreichen und somit die ästhetischen Anforderungen von Architektur- und Industriebeschichtungen zu erfüllen. Die enge Partikelgrößenverteilung von niedrigviskosem Ruß, üblicherweise im Bereich von 20–30 nm, gewährleistet eine gleichmäßige Farbe ohne unerwünschte Untertöne und vermeidet die Braun- oder Blautöne, die bei uneinheitlichen Rußqualitäten auftreten können. Beschleunigte Bewitterungstests (ASTM G154) haben gezeigt, dass wasserbasierte Acrylbeschichtungen mit niedrigviskosem Ruß nach 2000 Stunden Bewitterung 80 % ihrer ursprünglichen Farbe beibehalten (ΔE ≤ 2). Damit übertreffen sie Beschichtungen mit organischen Schwarzpigmenten deutlich, die nur 60 % ihrer Farbe behalten. Dank dieser außergewöhnlichen Witterungsbeständigkeit ist niedrigviskoser Ruß eine ideale Wahl für wasserbasierte Außenbeschichtungen wie Fassadenfarben und Metallgeländer.

Bei der Herstellung und dem Vertrieb von niedrigviskosem Ruß sind Qualitätskontrolle und technischer Support von zentraler Bedeutung. Es sind spezielle, für verschiedene Beschichtungschemikalien optimierte Rußsorten erhältlich. Diese Sorten weisen gleichbleibende physikalische Eigenschaften auf, darunter eine BET-Oberfläche von 200–240 m²/g, einen DBP-Absorptionswert von 90–100 cm³/100 g und einen neutralen pH-Wert von 6,5–7,5, um die Aushärtung der Beschichtung nicht zu beeinträchtigen. Die strenge Kontrolle des Schwermetallgehalts (Blei ≤ 0,0005 % und Arsen ≤ 0,0003 %) gewährleistet die Einhaltung globaler Umweltstandards wie LEED und Eurofins.

Die Logistik spielt eine wichtige Rolle in der Lieferkette von niedrigviskosem Ruß. Wasserlösliche Säcke (25 kg/Sack) erleichtern die Dispergierung in wässrigen Systemen, wodurch das Öffnen der Säcke entfällt und das Risiko von Staub und Verunreinigungen reduziert wird. Für die Produktion im großen Maßstab stehen 500-kg-Großbehälter mit Bodenentleerungsventilen für die automatisierte Dosierung zur Verfügung. Dank eines globalen Versandnetzwerks, das wichtige Produktionsstandorte für Beschichtungen in Europa, Asien und Südamerika abdeckt, betragen die Lieferzeiten 12–25 Tage. Unser Kundendienst bietet Unterstützung vor Ort.


Veröffentlichungsdatum: 04.09.2025